störeninterventionen 2025/2026
störe regen sich
muk ist nun schon bald fünf jahre weit weg.
melchior "muk" prisi starb im oktober 2020 und hinterliess ein erstaunlich vielfältiges werk. erst bei der wohnungsräumung tat sich für uns ein unbekanntes «muksches» paralleluniversum auf: zeichnungen mit augen, bergen, figuren mit morsezeichen, hüten, punktschwärmen, tieren, zeigern und vielem mehr. vorsichtig näherten wir uns dieser terra incognita. wir fanden wenige arbeiten im format a3, in ölkreide, und mindestens 1.000 blätter im format a4, mit graphit, farbstift, kugelschreiber, tusche.
vielen bekannt waren seine piktogramme, seine texte ("riff" - 2009 kuga), arbeiten mit musik ("rhesus 7.7 - 1982 drs2) und die webgestaltung (wunderblock).
muk war ein «paradiesvogel» in der solothurner kulturszene. die entdeckung dieses umfangreichen, bislang unbekannten werkes verdient eine sorgfältige aufarbeitung und eine publikation, die sowohl sein zeichnerisches schaffen als auch die verbindung zu seinen anderen ausdrucksformen (piktogramm – musik – text) darstellt.
was uns besonders beeindruckte: die gedankliche tiefe und emotionale bandbreite, die in diesen werken sichtbar werden. grafische und geometrische skizzen stehen neben landschaftsdarstellungen mit unerwarteten, teils skurrilen figuren. zeichnungen verbinden sich mit textfragmenten, zitaten und literarischen einsprengseln. so werden wir zu beobachtenden seiner freien gedankenspiele – und eingeladen, in muks welt zu verweilen.
Geh nicht allein ins Emmental
Melchior Prisi
- Eine monografische Werkauswahl
buchpublikation
mitarbeit: ben, david, fridolin, juerg | edition haus am gern
konzept, gestaltung, satz: eli schwarzenbeck
interventionen: stoerenkultur.ch
"geh nicht allein ins emmental" erscheint im oktober 2026.
das kunstmuseum solothurn gibt im herbst 2026 in einer konzentrierten schau, einen einblick in das schaffen des solothurner originals. die ausstellung, kuratiert von anna bürkli, wird in einem sammlungssaal im 1. stock eingerichtet und findet gleichzeitig mit der 42. ausgabe der kantonalen jahresausstellung der solothurner künstler+innen statt.

MUK Museum 20261025
Belesen, ein leidenschaftlicher Sammler bibliophiler Kostbarkeiten und ausgestattet mit feinem Gespür für Musik und Zeichnung: Melchior Prisi (1957–2020) war als Künstler Autodidakt. Er trat nur selten an die Öffentlichkeit und arbeitete zurückgezogen an einem beeindruckenden Œuvre auf Papier. Nach seinem Tod kamen 1001 Arbeiten im A4-Format zum Vorschein – Zeichnungen in Bleistift, Kohle und Ölkreide sowie Collagen. Sie lassen erahnen, mit welch komplexen Fragestellungen sich der Künstler beschäftigte. Das Kunstmuseum Solothurn präsentiert im Nordwestsaal eine dichte Auswahl seines einzigartigen Werks.
Kuratiert von Anna Bürkli.
Als Informationsplattform bietet sich die WEB-Site der Störenkultur an.
Zwei Interventionen, nämlich die Uraufführung der Partitur "Pianofolie" und "RIFF" Lesung und Musik.
Filme der Interventionen können ende Jahr auf der Website angeschaut werden.
PIANOFOLIE
20 DEMONSTRATIONS
DE LA PIANOFOLIE ORDINAIRE
1984 hat muk diese partitur für ben jeger geschrieben. diese wird im kunstmuseum ende 2026 zur uraufführung gebracht und auf der website zu streamen sein.
- ben jeger: piano
- martin birnstiel: cello
wiederstörung
"RIFF"
text: muk prisi
die uraufführung des textes von muk prisi: lesung mit musik und bildprojektion, fand am freitag, 13.03.2009 in der kulturgarage solothurn statt, die neuafführung wird voraussichtlich im kunstmuseum ende 2026 gezeigt und auf der website zu streamen sein.
- ben jeger: verschiedene instrumente
- hanspeter bader oder Dimitri Stapfer: lesung
"RIFF"
Der Text beschreibt, was in den Köpfen des Publikums vorgeht, währenddem vorne Kultur stattfindet:
Das ist nicht immer, was sich die Künstler wünschen - und schon gar nicht das, was man später an der Theaterbar diskutiert ...
Das soll Spass machen, kann aber (wenn nötig) auch als Apologie des Abschweifens und Betrachtung über die Rezeption von Kunst gelesen werden.
Was machen wir hier? Wir sitzen im Konzert, im Theater, stehen an Performances und Vernissagen herum und können nicht weg.
Wir schweifen ab. Wir erinnern uns an andere Anlässe, bewundern die Haltung der Mitgefangenen und entdecken die schlichte Eleganz eines Lüftungsgitters.
Es kommen uns Dinge in den Sinn, die wir vergessen wollten, aber auch Ideen, die sonst nirgends zugelassen wären.
Wir lassen uns weiter treiben durch neue und wiedergefundene Szenen in der dämmrigen Halle unseres Schädels.
Zuletzt danken wir den Entführern mit herzlichem Applaus.
Erleichtert.
Beiträge für die Publikation
Laut Regierungsratsbeschluss vom 21.10.2025, wird der monografischen Werkauswahl ein Beitrag zugesichert. Dafür danken wir herzlich und stellen weitere Beitragsgesuche an entsprechende Institutionen.
daneben freuen wir uns sehr über finanzielle unterstützung durch seine freunde, freundinnen und bekannte.
weitere infos folgen.






















